Eine Woche Auszeit an der Ostsee

Lesedauer etwa 10 min.

Die Kinder haben Herbstferien, mein Mann hat Urlaub, Oma und Opa haben Zeit…. ab an die Ostsee!


Ganz so einfach war das für mich nicht.
Als meine Mama mich im Sommer fragte, ob wir nicht gemeinsam in den Herbstferien Urlaub machen wollen, war ich eigentlich ein großer Fan dieser Idee. Schließlich waren wir seit Beginn der Pandemie nicht mehr im Urlaub gewesen und hatten das alle furchtbar nötig!

Aber dennoch dauerte es einige Wochen bis ich zusagen konnte.
Warum genau das so war, erzähle ich euch heute und vor allem auch wo wir waren und was wir so angestellt haben.

Wie sicherlich einige von euch wissen, habe ich im April diesen Jahres FRÄULEIN FRIEDA gegründet.
Seitdem brenne ich für diesen Shop und investiere unglaublich viel Zeit und Mühe darin.
Ich weiß, ich habe endlich etwas gefunden, dass mir Spaß macht und womit ich zugleich auch meine Brötchen verdienen kann. Um vom Shop Leben zu können.. davon bin ich allerdings noch meilenweit entfernt.
Aber genau dort möchte ich hin. Mein eigenes Handmade-Business.

Das Ganze gestaltet sich natürlich nicht so leicht und ist vor allem auch nicht von heute auf Morgen geplant.
Mir ist bewusst, dass ich noch einige Stunden, Tage, Wochen und Monate investieren muss, um meinen Teilzeitjob damit ausgleichen zu können.
Aber ich habe mir ein Ziel gesetzt. Genau dort möchte ich hin und dafür arbeite ich. Jeden Tag.

Nun kommen wir wieder zum ursprünglichen Thema zurück: Urlaub!
Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass das für mich erstmal schwierig war. Eine Woche lang wegfahren? Eine Woche lang nicht an der Nähmaschine sitzen? Keine Päckchen verschicken? Keinen Content planen und veröffentlichen?
Was wird das mit meinem Business machen?

Wir wissen alle, dass wir uns in einer unglaublich schnelllebigen Zeit befinden: Eine Woche weg von Social Media und anderen Plattformen zerstört doch jeden Algorithmus! Soll ich jetzt den Shop für eine Woche schließen? Was ist, wenn Kundenfragen eingehen und sie bekommen keine Antwort?
Viele Fragen die in meinem Kopf auftauchten, gaben mir das Gefühl, dass es nicht möglich ist, eine Woche zu verreisen.

Im August und September gab es ein riesiges Sommerloch im Shop. Es trudelten kaum Bestellungen ein, ich hatte kaum klicks auf Social Media und auch keine anderen Kundenanfragen. Ich war also ohnehin schon etwas frustriert und hatte das Gefühl ich muss jetzt noch mehr machen. Noch viel mehr…

Nach einigen Gesprächen mit meinem Mann, mit einer lieben Freundin und meiner Mama ließ ich mich also dennoch darauf ein. Ich wusste, ich brauche Urlaub. Ich brauchte eine Pause und vor allem einen Tapetenwechsel.
Den Shop bereitete ich darauf vor. Ich habe die Versandzeiten angepasst, auf Social Media Pause eingestempelt und die Lagerbestände vorher nochmal gründlich gegengecheckt, damit auch wirklich alle Angaben stimmen und ich nicht nach dem Urlaub ins schwitzen komme.


Wisst ihr was das schönste am Urlaub ist? Ihr wisst es bestimmt.
Sobald man dort ist, sind eigentlich alle Sorgen, die man sich vorher gemacht hat vergessen.
Wie oft stresst man sich mit den Gedanken, ob man wohl alles eingepackt hat, ob man das Bügeleisen wirklich ausgestellt hat oder ob man die Haustür abgeschlossen hat.

Aber wenn du erstmal da bist und die salzige Meerluft einatmest, dann ist es plötzlich alles nicht mehr wichtig.

Genauso unwichtig war es für mich in dem Moment, wieviele Besucher wohl im Shop waren. Ob jemand schon bestellt hatte oder auch was gerade auf Instagram los ist.

Ich hab es genossen, den Mädels beim buddeln im Sand zuzusehen, den Wellen zu lauschen und mich in einen dicken Schal bei dieser kalten Brise einzukuscheln.


Jaa… bis es dann abends wurde. Abends ging mein Gedankenchaos doch direkt wieder los. Und wisst ihr was das Schlimmste war? Ich hatte absolut keinen Empfang und kein W-Lan.
Ja es gibt sie noch… Häuser ohne W-Lan!
Ihr könnte euch vielleicht vorstellen wie es mir mit dieser Situation ging. Ich hatte mir vorher schon genug Gedanken und Sorgen gemacht und nun war auch noch der Worstcase für mich eingetreten, in dem ich kaum etwas kontrollieren konnte, was online passiert!

Es dauerte 2-3 Tage, bis ich mich auf diese Situation einlassen konnte.
Zwischendurch, wenn wir am Strand waren, da gab es tatsächlich Internet. Da habe ich dann auch die eine oder andere Story auf Instagram hochgeladen.
Aber kurz und knackig. 😉
Danach habe ich es tatsälich geschafft das Handy in die Tasche zu stecken und auch nicht weiter zu beachten. Es hat 2-3 Tage gedauert. Aber ich habe es geschafft. Der Urlaub konnte endlich richtig losgehen <3


Apropos… wollt ihr wissen wo wir waren?

Wir waren in diesem wunderschönen Häuschen.

Das Häuschen steht in einer kleinen Siedlung, direkt am Timmendorfer Strand.

Nein, nein, nicht der Timmendorfer Strand. Es gibt noch einen weiteren! Das wusste ich tatsächlich vorher auch nicht.

Wir waren nämlich auf der Insel Poel, in Mecklenburg-Vorpommern und dort gibt es auch einen Timmendorfer Strand.

Für alle, die es ganz genau wissen möchte und, kleiner Spoiler, ich kann es auch wirlich nur empfehlen:
Wir waren genau HIER:


Poel ist eine total süße kleine Insel, mit vielen schönen Stränden! Im Sommer war ich bislang noch nicht da, aber ich denke, da ist es das perfekte Reiseziel für Familien.

Die Mädels waren so gut zufrieden.
Das war auch zu erwarten: Eine Woche lang Auszeit mit Mama, Papa, Oma und Opa am Strand – was will man mehr?

Ein Fischbrötchen direkt vom Kutter, ein Eis zum Nachtisch. Ein toller Sandstrand mit kleinem Spielplatz, Klettergerüst, Leuchtturm und vielen schönen Wegen zum Spazieren gehen.

Ich bin unglaublich froh, dass ich mich letztendlich doch dazu entschieden habe mitzufahren.
Und ich Nachhinein denke ich: Wieso hat mich das so viel Zeit gekostet, diese Entscheidung zu treffen?
Wieso bin ich manchmal so eingefahren in dem was ich tue?

Ich habe auf diese Fragen noch keine wirkliche Antwort gefunden. Was ich aber weiß ist, dass es mir gut tat und dass wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder wegfahren werden.

Sich eine Auszeit zu nehmen ist nicht Schlimmes. Ganz im Gegenteil: Es ist so wichtig.
Besonders, wenn wir mit den Menschen zusammen diese Auszeit vom Alltag verbringen, die wir lieb haben.


Wer hier vielleicht viele Ausflugstipps erwartet hat, den muss ich spätestens an dieser Stelle enttäuschen. Wir haben eine Woche einfach nur genossen. In den Tag hineingelebt, spotan entschieden worauf wir Lust hatten.

Meistens haben wir den Vormittag tatsächlich in Pyjama im Haus verbracht. Gespielt und erzählt.
Nachmittags sind wir dann zuerst zur Promenade und mit einem Fischbrötchen in der Hand an den Strand gegangen. Danach folgte eine Spielplatzrunde und dann ging es ab zum Haus um Abendessen zu kochen.
Die Mädels haben mir viel beim schnippeln der Zutaten geholfen oder saßen am Tisch und haben gemalt.
Abends haben wir Duschmännchen gespielt. Kennt ihr das? Die meisten von euch werden es wohl unter Galgenmännchen kennen, so wie ich auch. Meine Tochter hat mich aber darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Spiel wo man Wörter erraten muss nun Duschmännchen heißt. Nun gut. So viel dazu 🙂


Was ich hier am Schluss auf jeden Fall noch erwähnen möchte: Falls jemand von euch in einer ähnlichen Situation steckt oder ähnliche Gedanken im Kopf hat wie ich: Macht es. Nehmt euch die Auszeit die ihr braucht.
Vielleicht könnt ihr aus meinem Gedankenchaos etwas für euch mitnehmen.

Planung ist alles. Und das läuft es auch <3


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