Gastbeitrag von Larissa zum
Schnittmuster CAROGAN / CAROGAN4KIDS

Lesedauer etwa 5 min. / Gastbeitrag von Larissa von Kreativfreude


‚Bevor ich die Carogans genäht habe, hielt ich mich immer streng an die Schnittmuster. Ich traute mich nicht etwas zu verändern, da ich Angst hatte alles zu versauen…‘


Hi! Ich bin Larissa, 30 Jahre alt und komme aus dem Ruhrgebiet.
In diesem Blogbeitrag erzähle ich dir, was passierte als ich mich traute das erste Mal ein Schnittmuster nach eigenen Maßen zu erstellen und was daraus noch Besonderes für mich entstanden ist.

Ich habe das große Glück eine (Näh-) Freundin zu haben, mit der ich mich wöchentlich treffe um gemeinschaftlich zu nähen. Meistens arbeiten wir jeweils an unseren eigenen Projekten, stehen uns dabei mit Rat und Tat zur Seite und quatschen über Gott und die Welt. Manchmal arbeiten wir jedoch am gleichen Projekt und das macht noch mehr Freude. So war es auch, als wir glücklicherweise beide am Probenähen vom Cargoan4Kids teilnehmen durften.

Wir erhielten das eBook ein paar Tage bevor unser Nähtag anstand und waren total aufgeregt. Es war für uns beide das erste Probenähen überhaupt, da möchte man natürlich besonders glänzen.

Ich überflog das eBook… und war ehrlich gesagt demotiviert. Ich las etwas von Werten, ausmessen, ausrechnen und aufzeichnen. Ich war mir sicher, dass ICH damit niemals ein tragbares Schnittmuster erstellen könnte.

Ich erinnerte mich daran, dass ich am Anfang meiner Nähzeit eine Mütze ohne Schnittmuster, nur nach Maßen eines Videos erstellt hatte. Das ging total in die Hose, sodass ich mir schwor, nur noch streng nach Schnittmuster zu arbeiten.

Ich legte das eBook zur Seite und beschloss mich erst an unseren Nähtag weiter damit zu befassen. Meine Freundin hingegen war ganz euphorisch und das obwohl sie bereits seit 10 Jahren näht. Sie hätte am liebsten direkt angefangen. Auch am Nähtag war sie noch voller Vorfreude, ihr eigenes Schnittmuster erstellen zu können. Ich war mir hingegen immer noch nicht ganz sicher, ob das so einfach funktionieren würde.

Wir hatten beide schon Maß an unseren kleinen Models genommen, sodass wir direkt anfangen konnten die benötigten Werte auszurechnen. Davor graute es mir am meisten. Umso erstaunter war ich, als wir nach etwa 2 Minuten fertig waren und nicht mal einen Taschenrechner benötigten.

Nun ging es ans Zeichnen. Erstmal nur zwei Striche, das bekomme sogar ich hin. Dann noch hier eine Kurve und da ein, zwei Striche und huch? Das Rückteil war fertig und sah tatsächlich so aus wie ein richtig echtes Schnittteil. Ich wurde immer aufgeregter. Mithilfe des Rückteils wurde nun das Vorderteil erstellt. Die Ärmel waren super einfach zu zeichnen und schon war das Grundgerüst fertig. Jetzt ging es ans designen. Gerader oder runder Carogan? Möchte ich Knöpfe oder nicht? Wie soll der Rücken aussehen? Ich entschied mich dafür jeweils eine gerade und eine runde Version zu machen. Bei der runden Version war eine Kurve besonders wichtig, die ich nach Geschmack und Gefühl einzeichnete. Ich blühte innerlich richtig auf und fühlte mich ein bisschen wie der Guido Maria Kretschmar der Cardigans.

Da war es also. Mein erstes eigenes Schnittmuster. Es sah auf jeden Fall schon mal alles sehr stimmig aus. Also Probestoff geschnappt, zugeschnitten und drauf los genäht. Das ging wirklich schnell, dafür brauchte ich nicht einmal mehr die Anleitung. Mein Model durfte den Carogan dann direkt anprobieren und was soll ich sagen? Er war viel zu kurz. Ich hatte mich am Rücken total vermessen. Dafür saß er an den Armen wunderbar und auch am Bauch lag er schön an. Zum Glück ließ sich das Schnittmuster ganz schnell verlängern. Ich war mir nun sicher, dass es passen würde und nahm nun direkt den „richtigen“ Stoff. Den hatte ich übrigens schon ein Jahr vorher auf einem Stoffmarkt gekauft. Er lag ewig im Schrank, weil ich bis dato kein Strickjacken-Schnittmuster gefunden hatte, welches mir gefiel. Nun hatte ich mein Eigenes kreiert.

Die nun verlängerte Version des Carogans4Kids, saß perfekt. Ich nähte direkt noch einen zweiten. Außerdem probierte ich noch die gerade Version aus. Auch diese saß wie angegossen. Ich war verblüfft und verwundert, dass ein Schnitt den ich erstellt habe so einen guten Sitz hat. Das war bei manchen gekauften Schnitten oder Kleidung nicht einmal der Fall. Aber klar, die wurden ja auch nicht nach den eigenen Maßen erstellt!

Meinem Mann gefiel vor allem die gerade Version des Carogans, sodass ich im Anschluss an das Probenähen die Erwachsenenvariante des Schnittes kaufte und ihm ebenfalls ein Schnittmuster erstellte. Ich vernähte direkt den richtigen Stoff und war umso zufriedener, als alles direkt passte und super saß.

Bevor ich die Carogans genäht habe, hielt ich mich immer streng an die Schnittmuster. Ich traute mich nicht etwas zu verändern, da ich Angst hatte alles zu versauen. Selbst wenn es nur darum ging einen Ärmel um wenige cm zu verlängern, bekam ich Schweißausbrüche. Diese Angst konnte ich zum Glück überwinden und habe sogar im Gegenteil meine Liebe dazu entdeckt. Als Ann-Kathrin kurz darauf das Freebook „Häschenbux“ veröffentlichte und mein eigener kreierter Hosenschnitt auch perfekt saß, waren alle Zweifel an meinen Fähigkeiten weg.

Ich entwarf noch zwei weitere Varianten mit Hilfe der Anleitung, die ich inzwischen nur noch nähe. Ich entdeckte meine Kreativität aufs neue und traute mich komplett eigene Schnittmuster, unter anderem für Taschen und Deko zu erstellen. Auch Plotterdateien und Applikationsvorlagen durften nur noch aus dem eigenen Haus sein. Irgendwann dachte ich, was mir gefällt könnte auch anderen gefallen. Also entschied ich mich meine Kreationen zu teilen und startete meinen eigenen Blog.

Ich freue mich wenn dir dieser kleine Einblick in mein erstes Mal „ohne“ gefallen hat und wünsche dir viel Freude beim nähen. Nur Mut! Es kann etwas wunderbares entstehen wenn du mutig bist! 🙂

Larissa von Kreativfreude


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